Absichtslos Kaffetrinken – Strategisches Networking, wie geht das?

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„Strategisches Networking“ lautete das Thema, das Kerstin Boll beim Open Space Stammtisch Hamburg in ihrer Session zur Diskussion stellte. Dabei lieferten folgende Fragen eine Inspiration: Wie will ich mich als Networker vorstellen? Wer könnten gute Netzwerkpartner sein? Was kann ich anbieten, was für andere interessant ist? Wie kann ich einen Kontakt nach der ersten Begegnung dauerhaft pflegen und ausbauen? Kerstin liefert in ihrem Beitrag einen Erfahrungsbericht und einige Statements aus der Session. Auslöser für die Session war das Buch „Effizientes Networking: Wie Sie aus einem Kontakt eine werthaltige Geschäftsbeziehung entwickeln“ von Barbara Liebermeister aus dem oben stehende Fragen stammen. Dermaßen aufgerüstet habe ich mich zu einer größeren Netzwerkveranstaltung angemeldet. Vorab gab es eine Teilnehmerliste mit rund 200 Namen – unmöglich, alle im Voraus zu bearbeiten. Am Abend zeigte sich außerdem, dass ein gutes Drittel nicht gekommen war. Alle Profile der Teilnehmer vorab zu studieren, hätte sich wirklich nicht gelohnt… Was also tun mit der schönen Planung? Statements aus der Diskussionsrunde waren:

  • Das strenge, auf Effizienz ausgerichtete Netzwerken setzt sehr unter Druck. Eine Teilnehmerin hat den Gedanken hinter sich gelassen und fühlt sich seither viel befreiter. Das Netzwerken funktioniert trotzdem: Gerade haben sich beruflich positive neue Dinge für sie ergeben.
  • Eine Teilnehmerin setzt darauf, Veranstaltungen zu besuchen, die sie inhaltlich interessieren. Gemeinsame Inhalte und Fragen sind ein guter Ausgangspunkt für eine persönliche Beziehung. • Darüber hinaus findet sie das zielorientierte Netzwerken gedanklich einschränkend. Es verengt den Blick: Lieber lässt sie sich auf die Fülle der Möglichkeiten ein, die jede Begegnung mit sich bringt, und schöpft aus dem, was ist. Lesenswert in dem Zusammenhang: Michael Faschinbauer: Effectuation, Stuttgart 2010
  • Eine Teilnehmerin hat sich kürzlich selbständig gemacht und will Ihre Bekannten aus ihrem früheren Berufsleben ansprechen. Sie fragt sich, wie sie mit der Vermischung aus persönlicher Beziehung und ihren beruflichen Wünschen umgehen soll.

„Einfach fragen – Frechheit siegt“, meinte ein Teilnehmer. Mehr als „Nein“ sagen, können die Leute nicht. Er hat gute Erfahrungen damit gemacht. „Aber nicht persönlich ansprechen und etwas Berufliches hinterher schieben“, warf eine andere Teilnehmerin ein. Aufrichtige Offenheit kommt besser an: lieber gleich sagen, um was es geht. Das ist in Ordnung.

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