Open Space Hype

Wie verkauft man Grossgruppenverfahren? war der spannende Titel einer der Sessions beim Open Space Stammtisch Hamburg im Mai.  Über den Umgang mit dem Hype, den Drang zum Missionieren und  wie man damit umgehen kann. Eine Zusammenfassung in Stichworten von  Henning Kühl 

Modebegriff Open Space Großgruppenverfahren, vor allem Open Space, erfahren derzeit einen gewissen Hype. Die Methoden werden nachgefragt, ohne dass immer die Einsatzzwecke und Anforderungen (z.B. erforderliche Dauer) bekannt sind

Verbrannte Erde: Kunden glauben manchmal zu Unrecht, eine Open Space-Veranstaltung besucht zu haben. Besonders problematisch, wenn die Veranstaltung nicht als erfolgreich und wertvoll angesehen wird

Eventcharakter: Großgruppenverfahren werden als Event-Ersatz eingesetzt, und nicht als ernstgemeintes Verfahren zur Entwicklung + Diskussion von nachhaltigen Lösungsansätzen Missionieren? Man wird als Berater damit konfrontiert, dass Kunden eine falsche Vorstellung / schlechte Erfahrung mit den eigenen Methoden haben. Soll man „missionarisch“ auf die korrekte Vorstellung und Einsatz der Methoden drängen?

Lösungsansätze

Objektivierung, Loslösen von Labeln: Vermitteln, was die Zielsetzung und Haltung hinter GG-Verfahren ist. Herausarbeiten, was bei der Veranstaltung erreicht werden soll und worauf es dabei ankommt. Auch in der Einladung an die Kundenmitarbeiter eher die Zielsetzung und Haltung aufführen als das richtige „Label“ (z.B. Open Space)

Abgrenzung: bei vorhandener „verbrannter Erde“ (falsch verkaufte bzw. genutzte GG-Verfahren) die „richtigen“ Ansätze vorstellen und ggf. kurz und sachlich erläutern, was in der Vergangenheit nicht richtig bzw. zielführend durchgeführt wurde. Keine persönliche Kritik an Beraterkollegen üben

Gelassenheit und Reframing: versuchen, sich nicht als Hüter einer Methode zu verstehen. Sich eher freuen, dass die eigenen Methoden bekannt sind bzw. diskutiert werden

Zur Session zum Thema Entschleunigung von Organisationen findet sich etwas hier

2 thoughts on “Open Space Hype

  1. Hallo Markus Becker,

    Danke für Deinen Vorstoß im Sinne einer Qualitätsoffensive! Ich möchte den Ball aufnehmen, denn es fällt mir ein weiterer Artikel zum Thema ein: „Die Falle der Einfachheit“, der darauf hinweist, das die Falle darin besteht, dass die bestechende Einfachheit von Open Space dazu verführt, kritische Punkte zu vergessen, die zum nachhaltigen Erfolg einer Open Space Veranstaltung führen -> http://www.all-in-one-spirit.de/pdf/die_falle.pdf
    Unter anderem sind die ganz einfachen Eingangsfragen, die schon im Vorfeld viel Unheil verhindern: handelt es sich um eine offene, komplexe Fragestellung, auf die es wirklich noch keine Antwort gibt? Ist es möglich, Vertreter aller Blickwinkel zur Fragestellung einzubeziehen? (Sehr wesentlich für den Erfolg!) Ist die Zeit, die vorgesehen ist realistisch, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen? (Anti-Beispiel: halbtägiger Open Space zu einer brennenden Frage mit dem Ziel, dass die Teilnehmer Verantwortung übernehmen und eine Handlungsplanung vornehmen), Gibt es nicht verhandelbare Rahmenbedingungen? Bin ich bereit NEIN zu sagen als Berater, wenn die Bedingungen unrealistisch sind) Beim Umgang mit diesen Fragen trennt sich schnell eine Berater-Spreu vom Weizen.

    Kollegiale Grüße & mit einer Einladung zum nachsten Open Space Stammtisch Hamburg http://www.xing.com/events/open-space-stammtisch-hamburg-juli-2013-1256746

    Alexander Schilling

  2. Hallo,

    Ich erlebe immer wieder, wie Kunden die Hände über den Kopf zusammen schlagen, wenn Sie „Open Space“ hören. Oft liegen verheerend schlechte Vorerfahrungen vor. Open Space kann wirklich sehr misslingen, wenn er nicht korrekt durchgeführt, schlecht/nicht vorbereitet wird oder nicht zur Unternehmenskultur passt. Da stimme ich Ihnen voll zu.

    Wenn Sie mögen, lesen Sie doch mal
    http://www.organisationsberatung.net/open-space-methode-open-space-moderation/
    dazu. Das ist ein sehr detaillierter Handlungsleitfaden, der die Methode Schritt für Schritt mit allen Kniffen erklärt. Vielleicht hilft das im Sinne einer allgemeinen Qualitätsoffensive… ;=)

    Über eine Verlinkung aus Ihrem Artikel heraus würde ich mich natürlich auch freuen, ist aber keine Bedingung zum Lesen…. ;=)

    Mit freundlichem Gruß

    M. Becker

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